Geschichte

Alles begann im Jahr 1935. Großvater Johan Verhoeven hatte im hinteren Teil des Gartens in Venray eine Werkstatt, in der er Möbel und Kirchenbänke herstellte. Während des Wiederaufbaus von Venray nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Johan gebeten, Wohngebäude zu bauen. Damit wurde der Grundstein für das Bauunternehmen Verhoeven gelegt. Die Schreinerei lieferte Treppen, Türen und Fensterrahmen an das Bauunternehmen.

Formen für die Betonindustrie

In den 70er Jahren wuchs das Unternehmen mit Schreinerei unter der Leitung von Jan Verhoeven, dem Sohn von Johan, weiter. Es wurde noch kurz spannend für die Schreinerei, die sich als Teil des Bauunternehmens mit allgemeinen Tischlerarbeiten befasste. Mehrere Schreinereien spezialisierten sich auf den Treppenbau, den Bau von Fensterrahmen oder Türen. Als universelle Schreinerei konnte man nicht mit diesen Spezialbetrieben nicht mehr konkurrieren. Um weiter bestehen zu können, suchte die Schreinerei nach einem anderen Markt. Und fand ihn in der Betonindustrie. Vor Ort, in der Betonfabrik Enko in Wanssum, machten sich die Zimmerleute von Verhoeven daran, Gießformen zu bauen.

Vom Stadtzentrum ins Industriegebiet

Später wurden diese Gießformen in der Verhoeven Timmerfabriek selbst gebaut. Dies war bis 2002 im Zentrum von Venray möglich, wo sich die Schreinerei befand. Danach war wirklich ein Umzug erforderlich. „Die Arbeit war im Stadtzentrum einfach nicht mehr möglich, denn die Formen wurden immer größer“, erinnert sich Jan Bastiaans, der die Schreinerei von 1970 bis 2007 leitete. „Mit 10 Mann mussten wir eine Form bis zur Tür tragen, weil der Kran nicht in die Fabrik hineinfahren konnte. Von der Tür aus griff der mobile Kran dann die Form und legte sie zum Transport auf einen Anhänger. Im Vorfeld mussten wir die Anwohner bitten, ihre Autos woanders zu parken. Diese Vorgehensweise war einfach nicht mehr zu verantworten. Sie war mit Gefahren verbunden und ergonomisch ungesund.“

<p>Verhoeven Timmerfabriek</p>

Dritte Generation

Mit dem Umzug in das Industriegebiet im Jahr 2002 änderte sich auch die Arbeitsweise bei Verhoeven. Während früher die Schreiner an der Fräse sitzend ihren Kaffee tranken und sich gegenseitig von ihrem Wochenende berichteten, kamen sie jetzt in der neuen Fabrik im Industriegebiet Smakterheide in einer modernen Kantine zusammen. Auch der Umgang im Familienbetrieb wurde professioneller und strukturierter. Das Unternehmen wuchs. Peter, der Sohn von Jan Verhoeven und damit die dritte Generation, wurde 2007 Direktor/Eigentümer der Schreinerei.

Verlängerte Waal-Brücke

Unter der Leitung von Peter wuchs Verhoeven Timmerfabriek zu einem innovativen Unternehmen heran, in dem komplexe Aufträge ausgeführt werden. „Anfang der 2000er Jahre war für uns das Bauen einer 5 Meter langen Form schon eine anspruchsvolle Arbeit. Heute stellen wir komplexe Formen mit einer Länge von 30 Metern für Projekte im In- und Ausland her. So auch die Form der verlängerten Waal-Brücke in Nimwegen. Ein sehr umfangreiches Projekt, für das wir dank der speziellen Formenbau-Kenntnisse von Jan Bastiaans den Zuschlag bekamen“, berichtet Peter Verhoeven. „Daran haben wir anderthalb Jahre lang Tag und Nacht gearbeitet. Es handelt sich um eine stromlinienförmige Brücke, die durch die Kräfte des Wassers geformt zu sein scheint und daher über doppelt gebogene Pfeiler und Hammerstücke verfügt. Bei der Realisierung wurde bewusst beschlossen, den Beton vor Ort zu gießen. Um die 20.000 m3 Beton zu formen, wurde eine 12.000 m2 doppelt gebogene Schalung verwendet, die von uns gebaut wurde. Diese Brücke wurde mit dem Betonprijs 2015 ausgezeichnet.“

Automatisierung und Robotisierung

Inzwischen ist die Fabrikhalle im Industriegebiet Smakterheide zum zweiten Mal auf fast 5.000 m2 erweitert worden. Peter Verhoeven: „Wo immer dies möglich war, haben wir automatisiert. Wir konstruieren in 3D und die 5-Achsen-Fräse tut ihre Arbeit.“ Nach Ansicht von Michiel Hendriks, dem Nachfolger von Jan Bastiaans, werden Automatisierung und Robotisierung in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen. „Wenn wir die Zeichnungen vom Architekten erhalten, sorgt unsere Software ‚auf Knopfdruck‘ dafür, dass dieser Entwurf in ein Produkt umgesetzt wird, das vor Ort hergestellt wird. In der ferneren Zukunft wird das Arbeiten mit zirkulären Bauteilen zum Standard werden. Wir werden dann alles mit Werkstoffen bauen, die wir nach Gebrauch zurücknehmen, um sie erneut in unseren Prozess einzufügen. Unsere Maschinen werden mehr leisten können, aber auch dann werden wir weiterhin eine Fabrik für Sonderkonstruktionen sein und uns nicht auf Massenprodukte konzentrieren.“

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